Der junge deutsche Immobilienmakler Lucas Froese vor einer der von ihm angebotenen Immobilien in Felanitx. | P. Lozano

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Blaue Augen, freundliches Lächeln, gestreiftes Hemd samt hellem Sakko. So lässig empfing Lucas Froese seine Gäste beim „Open House x Local Art-Event” in der vergangenen Woche auf Mallorca. Der 33-Jährige ist Gründer und Verkaufsdirektor eines Immobilienunternehmens, das seinen Namen trägt. Froese lud in Felanitx zu einer Veranstaltung, bei der er drei zum Verkauf stehende Immobilien zeigte, und in deren Räumlichkeiten lokale Künstler ihre Gemälde ausstellten.

Froese wurde 1991 geboren, stammt aus Nordrhein-Westfalen und zog im Alter von acht Jahren mit seiner Familie nach Mallorca, und zwar nach Felanitx. Dort ging er auf die Klosterschule. „Das war natürlich eine große Umstellung”, erzählt Froese. Nach einem Jahr habe er die neue Sprache aber perfekt beherrscht und sich mit den anderen Schulkindern bestens angefreundet. In Spanien legte er später auch sein Abitur ab.

Schon in jungen Jahren interessierte sich Lucas Froese für Web-Design. Er begann ein Informatik-Engineering-Studium an der Universität in Palma, wechselte dann zur BWL. Für ein Praktikum im Bereich Marketing kehrte er kurzzeitig nach Deutschland zurück. Ein weiteres Praktikum in einem Immobilien-Büro in Portocolom markierte einen Wendepunkt in Froeses Lebensweg. Die Thematik gefiel ihm so gut, dass darauf ein Praktikum bei Mallorca Gold folgte, eine auf Luxusimmobilien spezialisierte Agentur. 2019 beschloss Froese, sein eigenes Geschäft zu eröffnen.

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Dessen Sitz befindet sich nur wenige Gehminuten von der Immobilie entfernt, die Froese und sein Team bei der Veranstaltung präsentierten. An den Wänden jeder der geschmackvollen, geräumigen Wohnungen hingen Gemälde lokaler Künstler – alles Freunde von Froese. „Mir ist die Integration wichtig”, sagt der junge Mann aus eigener Erfahrung, „um ein gegenseitiges Verständnis zu schaffen.” Die Vermischung unterschiedlicher Nationalitäten spiegelt sich in den ausstellenden Malern wider: Diese stammen aus Deutschland, Spanien, Großbritannien.

Lotta aus Hamburg ist eine von ihnen. Sie malt ohne Pinsel, nur mit Öl- oder Pastellfarben und ihren Fingern. „Damit ist nichts zwischen mir und dem Kunstwerk und dem Akt”, sagt sie. Lotta wohnt seit drei Jahren in Ses Salines und erklärt, jetzt erkannt zu haben, was Mallorca für sie bedeutet. Dies lasse sie nun in ihre Kunst einfließen. Ihre Inspiration entspringt zum Großteil der hiesigen Natur, den Früchten, den Farben.

Das ziehe auch andere Künstler nach Felanitx, versichert Froese. Überhaupt klingt es sehr vielversprechend, was der junge deutsche Sohn der Stadt über die knapp 10.000-Einwohner-Gemeinde erzählt: Zuerst einmal profitiere Felanitx von der Erweiterung der Autobahn in Campos. So sei man schnell in Palma und am Flughafen. Dann soll noch in diesem Jahr ein Krankenhaus in Felanitx gebaut werden. Außerdem steht im Raum, die ehemalige Weinkooperative in ein Kunstzentrum oder vielleicht in eine Fakultät der Uni Palma umzuwandeln. Froese spricht von einem 50- bis 70-Millionen-Projekt. Zu guter Letzt sei geplant, im Ort ein Fünf-Sterne-Hotel zu bauen, wofür die touristische Rechtsgrundlage geändert werden müsse, was aber positive Effekte auf die lokale Gastronomie nach sich ziehen würde.

Darauf setzt Froese. „Ich habe mich immer auf meine Intuition verlassen”, sagt er. Während seines Studiums habe er Mode entworfen und eine Plattform für studentische Kleinanzeigen entwickelt. „Mein Werdegang hat nie wirklich Sinn gemacht, aber mit meinem eigenen Business sind alle Puzzleteile zusammengekommen”, resümiert Froese. „In den ersten Jahren hatte ich überwiegend mit dem Aufbau des Teams und der Strukturen zu tun. Seit dem Vorjahr können wir nun unsere Ideen umsetzen und im Detail entscheiden.” Gewiss ist eines: Froeses Entscheidungen dürften die Zukunft des Inselsüdostens auf jeden Fall mitprägen.